Beleuchtung beim Bojenmanöver in der Nacht: die wichtigste Grundregel
Für ein sicheres Bojenmanöver in der Nacht brauchen Sie nicht möglichst viel Licht, sondern das richtige Licht am richtigen Ort: Das Boot muss gut gesehen werden, die Crew darf nicht geblendet werden und die Boje muss rechtzeitig erkennbar sein. Das gelingt, wenn Sie die fest installierte Beleuchtung (Positionslichter, Anker- oder Topplicht, Deckslicht) mit gezielt eingesetzten Hand- und Stirnlampen kombinieren und grelle Scheinwerfer nur kurz und kontrolliert verwenden.
Warum gutes Licht beim Bojenmanöver entscheidend ist
Ein Bojenmanöver bei Nacht auf einem Schweizer See ist oft enger und hektischer als am Tag: andere Boote liegen dicht, Uferlichter und Strassenlampen stören die Sicht, und Distanzen lassen sich schlechter einschätzen. Gute Beleuchtung hilft Ihnen dabei, drei Dinge gleichzeitig im Griff zu haben:

- Gesehen werden: Andere Boote und die Hafenaufsicht erkennen Ihr Manöver rechtzeitig.
- Sehen: Sie finden die richtige Boje, erkennen Leinen, Ringe und Abstand zum Bug.
- Orientierung behalten: Die Crew sieht genug, um sicher zu arbeiten, ohne dass die Nachtadaption der Augen zerstört wird.
Schlechte oder falsch eingesetzte Beleuchtung führt schnell zu typischen Problemen: Die Boje wird zu spät erkannt, der Vorschoter ist vom Deckslicht geblendet, oder Sie verlieren beim Suchen mit einem starken Scheinwerfer die Orientierung zu Ufer und anderen Booten.
Arten von Bordbeleuchtung und ihre Rolle beim Nacht-Bojenmanöver
Bevor Sie zusätzliche Lampen planen, lohnt sich ein Blick auf die vorhandene Bordbeleuchtung. Jede Lichtquelle hat eine bestimmte Aufgabe im Manöver.

Positionslichter: gesehen werden, nicht suchen
Die Positionslichter (rot/grün am Bug, weiss am Heck) dienen in erster Linie dazu, dass andere Boote Ihr Schiff erkennen und Ihre Fahrtrichtung einschätzen können. Für das Bojenmanöver heisst das:
- Positionslichter bleiben während der Ansteuerung eingeschaltet.
- Sie eignen sich nicht zum Ausleuchten der Boje – sie sind zu schwach und falsch ausgerichtet.
- Kontrollieren Sie vor dem Auslaufen, ob alle Lichter funktionieren und die Scheiben sauber sind.
Anker- oder Topplicht: Sicherheit beim Liegen an der Boje
Nach dem Festmachen an der Boje sorgt ein Anker- oder Topplicht dafür, dass Ihr Boot auch im Stand gut sichtbar bleibt. Für das Manöver selbst ist es weniger wichtig, aber:
- Wenn das Topplicht sehr hell ist, kann es beim Arbeiten auf dem Vorschiff stören oder blenden.
- Auf kleineren Yachten auf Schweizer Seen reicht oft ein sparsam dimensioniertes LED-Topplicht, das die Batterien schont.
- Prüfen Sie, ob das Licht so montiert ist, dass es nicht direkt in die Augen der Crew strahlt.
Deckslicht: Arbeitslicht mit Augenmass
Ein Deckslicht (oft am Mast montiert) kann das Vorschiff gut ausleuchten. Beim Bojenmanöver ist das verlockend, birgt aber Risiken:
- Zu helles Deckslicht nimmt der Crew die Nachtadaption – nach dem Ausschalten sieht man einige Minuten fast nichts.
- Reflexionen auf weissen Segeln und glänzenden Decksflächen können blenden.
- Andere Boote können durch das helle Licht irritiert werden und Ihre Positionslichter schlechter erkennen.
Praxis-Tipp: Nutzen Sie das Deckslicht nur kurz, z.B. um das Vorschiff vorzubereiten (Boje-Haken, Leinen, Fender), und schalten Sie es für die eigentliche Ansteuerung möglichst aus. Eine gute Stirnlampe am Bug ist oft die bessere Lösung.
Cockpitlicht: Orientierung ohne Lichtverschmutzung
Im Cockpit brauchen Sie Licht für Instrumente, Kartenplotter oder Logbuch. Hier gilt:
- Wählen Sie gedimmtes oder rotes Cockpitlicht, damit der Steuermann die Umgebung noch gut sieht.
- Vermeiden Sie helle, nach vorne strahlende Lampen, die ins Vorschiff oder aufs Wasser leuchten.
- Schirmen Sie Lichtquellen ab, die direkt in die Augen der Crew oder anderer Boote leuchten könnten.
Spezielle Leuchten für Bojenmanöver: Suchscheinwerfer, Hand- und Stirnlampen
Neben der festen Bordbeleuchtung entscheiden vor allem mobile Lichtquellen darüber, wie entspannt das Bojenmanöver bei Nacht abläuft.
Suchscheinwerfer: gezielt und sparsam einsetzen
Ein starker Suchscheinwerfer (fest montiert oder als Handgerät) kann die Boje auf Distanz sichtbar machen. Richtig eingesetzt ist er ein wertvolles Werkzeug, falsch eingesetzt eine Blendgranate.
Vorteile:
- Boje und Bojenfeld sind früh erkennbar.
- Hilfreich bei Regen, leichter Nebelbildung oder wenn Uferlichter die Sicht stören.
- Kann im Notfall auch zur Signalisierung dienen.
Nachteile und Risiken:
- Blendung der eigenen Crew, insbesondere des Steuermanns.
- Andere Boote fühlen sich geblendet oder irritiert.
- Zu häufiges, hektisches Schwenken zerstört die Orientierung.
Praxis-Empfehlung: Lassen Sie den Suchscheinwerfer von einer Person am Bug bedienen, die klare Anweisungen vom Steuermann erhält. Nur kurze Lichtstösse auf die Boje, nicht dauerhaft leuchten. Der Steuermann sollte möglichst nicht direkt in den Lichtkegel schauen.
Handlampen: robust, fokussiert, mit Reservebatterien
Eine gute Handlampe gehört zur Standardausrüstung für Nachtmanöver. Für Bojenmanöver auf Schweizer Seen haben sich folgende Eigenschaften bewährt:
- Wasserabweisend oder wasserdicht, mit rutschfestem Griff.
- Mehrere Helligkeitsstufen, damit Sie zwischen Suchlicht und Arbeitslicht wechseln können.
- Möglichkeit, den Lichtkegel zu fokussieren, um die Boje gezielt anzuleuchten.
- Reservebatterien oder eine zweite Lampe an Bord.
Die Handlampe wird idealerweise vom Vorschiff aus bedient, um die Boje kurz anzuleuchten, den Bojenring zu finden oder die Leine zu kontrollieren.
Stirnlampen: freie Hände für Haken und Leinen
Für die Person am Bug ist eine Stirnlampe fast unverzichtbar. Sie ermöglicht freies Arbeiten mit beiden Händen. Achten Sie auf:
- Rotlichtmodus oder sehr niedrige Helligkeitsstufe, um die Crew nicht zu blenden.
- Neigbarer Lampenkopf, damit der Lichtkegel gezielt auf Hände, Haken oder Boje gerichtet werden kann.
- Gutes, sicheres Kopfband, das auch bei Wind und Bewegung hält.
Wichtig: Die Person am Bug sollte lernen, den Kopf so zu halten, dass sie nicht ständig ins Cockpit leuchtet. Sonst wird der Steuermann geblendet.
Vergleich der Lichtquellen beim Nacht-Bojenmanöver
| Lichtquelle | Starke Seite beim Bojenmanöver | Typische Risiken | Wann besonders sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Positionslichter | Sichtbarkeit des Bootes für andere, grundlegende Sicherheitsfunktion | Keine Ausleuchtung der Boje, bei Verschmutzung schlecht sichtbar | Immer während der Fahrt und beim Ansteuern des Bojenfeldes |
| Deckslicht | Gute Ausleuchtung des Vorschiffs bei der Vorbereitung | Blendung, Verlust der Nachtadaption, starke Reflexionen auf Segeln | Kurz vor dem Manöver zum Richten von Leinen und Haken |
| Cockpitlicht | Bedienung von Instrumenten, sichere Bewegung im Cockpit | Stört Sicht nach vorne, wenn zu hell oder ungeschirmt | Gedimmt oder rot während der Ansteuerung |
| Suchscheinwerfer | Frühes Erkennen der Boje auf Distanz | Starke Blendung, Verlust der Orientierung bei hektischem Schwenken | Bei unsicherer Bojenposition, Regen oder störenden Uferlichtern |
| Handlampe | Gezieltes Anleuchten von Boje, Ring und Leinen | Kann Crew und andere Boote blenden, wenn unkontrolliert genutzt | Am Bug für die letzten Meter und beim Einfädeln der Leine |
| Stirnlampe | Freie Hände, Licht genau dort, wo gearbeitet wird | Ungewolltes Blenden des Steuermanns beim Umdrehen | Für die Vorschiffscrew beim Hantieren mit Haken und Leinen |
Entscheidungskriterien: Welche Beleuchtung passt zu Ihrer Yacht?
Auf Schweizer Seen sind viele Boote zwischen rund 6 und 11 Metern unterwegs, oft mit begrenzter Batteriekapazität. Die Beleuchtung für Nachtmanöver sollte dazu passen.
- Bootsgrösse: Auf kleineren Booten ist weniger Platz für fest montierte Scheinwerfer. Mobile Lösungen (Hand- und Stirnlampen) sind flexibler.
- Energieversorgung: Wenn Sie keine grossen Batteriebänke haben, sind sparsame LED-Lösungen fürs Topp- und Deckslicht sinnvoll.
- Revier: Auf stark beleuchteten Seen mit vielen Uferlichtern sind Suchscheinwerfer und fokussierbare Handlampen besonders hilfreich, um die Boje aus dem Lichtermeer herauszufiltern.
- Crew-Erfahrung: Eine eingespielte Crew kommt mit weniger Licht aus, eine unerfahrene Crew profitiert von klar strukturiertem Arbeitslicht am Bug.
- Segel- oder Motorantrieb: Beim Segeln ist die Geschwindigkeit oft geringer, dafür ist das Handling komplexer. Beim Motoranlauf für die letzten Meter ist gute Rundumsicht wichtig.
Empfehlungen für LED-Lösungen auf kleineren Schweizer Yachten
LED-Technik hat sich auf Schweizer Seen weitgehend durchgesetzt, weil sie energieeffizient, langlebig und in vielen Lichtfarben erhältlich ist. Für Bojenmanöver bei Nacht bieten sich folgende LED-Lösungen an:
- LED-Positionslichter: Geringer Stromverbrauch, klare Lichtfarbe, gute Sichtbarkeit. Achten Sie auf eine saubere Montage und regelmässige Kontrolle.
- LED-Topplicht: Spart Batterie, wenn Sie die ganze Nacht an der Boje liegen. Wählen Sie eine Helligkeit, die gut sichtbar ist, aber die Crew nicht stört.
- LED-Deckslicht mit Dimmer: Ein dimmbares Deckslicht erlaubt es, für die Vorbereitung kurz hell zu machen und dann für das Manöver abzudunkeln.
- LED-Stirnlampen mit Rotlicht: Rotlicht erhält die Nachtadaption besser als weisses Licht. Ideal für Vorschiffscrew und Steuermann.
- LED-Handlampen mit mehreren Modi: Ein starker Modus für die Suche nach der Boje, ein schwacher Modus für Arbeiten in Bootsnähe.
Prüfen Sie vor einer Neuanschaffung immer die Kompatibilität mit der Bordelektrik und lassen Sie im Zweifel eine Fachperson die Installation vornehmen.
Praxis-Tipps: Blendung der Crew und anderer Boote vermeiden
Blendung ist einer der häufigsten Gründe für unsichere Nachtmanöver. Mit einigen einfachen Regeln lässt sich das gut vermeiden.
- Keine Lampen direkt ins Cockpit richten: Stirnlampen und Handlampen sollten so geführt werden, dass der Steuermann nicht in den Lichtkegel schaut.
- Kurze Lichtstösse statt Dauerlicht: Suchscheinwerfer und starke Handlampen nur kurz einsetzen, um die Boje zu lokalisieren.
- Rotes oder gedimmtes Licht im Cockpit: So bleiben die Augen an die Dunkelheit angepasst.
- Reflexionen vermeiden: Helle Flächen (weisse Segel, polierte Beschläge) können stark reflektieren. Wenn möglich, Segel für das Manöver bergen oder reffen, um unnötige Reflexionen zu reduzieren.
- Absprachen in der Crew: Vor dem Manöver klären, wer welche Lampe bedient und wohin geleuchtet wird.
Praktischer Ablauf: Beleuchtung im Bojenmanöver Schritt für Schritt
Die folgende Abfolge hat sich auf vielen Schweizer Seen bewährt und lässt sich an Ihr Boot anpassen.
- Vorbereitung vor dem Auslaufen
Positionslichter, Topp- und Deckslicht prüfen, mobile Lampen kontrollieren (Akku, Batterien, Funktion). Bojenhaken und Leinen am Vorschiff bereitlegen. - Annäherung an das Bojenfeld
Positionslichter eingeschaltet, Cockpitlicht gedimmt. Deckslicht nur kurz nutzen, um das Vorschiff vorzubereiten, dann wieder ausschalten. - Boje lokalisieren
Bei Bedarf mit Handlampe oder Suchscheinwerfer kurze Lichtstösse auf die vermutete Position der Boje. Uferlichter und andere Boote im Blick behalten. - Letzte Meter zur Boje
Vorschiffscrew mit Stirnlampe (möglichst im Rot- oder Low-Modus). Handlampe bereit, um Boje und Ring gezielt anzuleuchten. Steuermann achtet darauf, nicht in den Lichtkegel zu schauen. - Festmachen an der Boje
Boje wird kurz angeleuchtet, Bojenring gefasst, Leine eingefädelt. Danach starke Lampen wieder ausschalten oder auf niedrige Stufe stellen. - Nach dem Manöver
Topplicht einschalten, wenn Sie an der Boje liegen bleiben. Kontrollblick über Leinen, Abstand zu Nachbarbooten und Umgebung, bei Bedarf mit Stirn- oder Handlampe.
Sie planen ein Bojenmanöver bei Nacht auf einem Schweizer See mit einer kleineren Segelyacht und möchten sicherstellen, dass die Beleuchtung sinnvoll vorbereitet und eingesetzt wird, ohne Crew oder andere Boote zu blenden.
Ausgangslage: funktionsfähige Bordbeleuchtung (Positionslichter, ggf. Topp- und Deckslicht), mindestens eine Handlampe und eine Stirnlampe an Bord, bekannte Position der Zielboje laut Hafenplan oder Karte.
Vor dem Auslaufen prüfen Sie alle festen Lichter auf Funktion und Sauberkeit, legen Hand- und Stirnlampen mit Reservebatterien griffbereit ins Cockpit und ans Vorschiff und sprechen in der Crew ab, wer welche Lampe wann bedient. Bei der Annäherung an das Bojenfeld lassen Sie nur Positionslichter und gedimmtes Cockpitlicht an, nutzen das Deckslicht maximal kurz für die Vorbereitung am Vorschiff und lokalisieren die Boje mit kurzen, gezielten Lichtstössen der Handlampe. Auf den letzten Metern arbeitet die Vorschiffscrew mit Stirnlampe in niedriger Stufe, während der Steuermann bewusst aus den Lichtkegeln herausschaut.
Sie erkennen eine gelungene Umsetzung daran, dass die Crew jederzeit ohne Blinzeln nach draussen schauen kann, die Boje rechtzeitig und klar erkennbar ist, keine hektischen Suchbewegungen mit dem Scheinwerfer nötig sind und andere Boote nicht mit Lichtsignalen reagieren oder sich gestört zeigen.
Wenn Sie diese Abfolge regelmässig anwenden, wird das Bojenmanöver bei Nacht ruhiger, reproduzierbarer und für Crew und Nachbarboote deutlich angenehmer. Gleichzeitig reduzieren Sie das Risiko von Fehleinschätzungen bei Distanz und Geschwindigkeit, weil die Augen der Beteiligten an die Dunkelheit angepasst bleiben.
Checkliste: Beleuchtung vor dem Auslaufen für Nachtmanöver prüfen
Diese Checkliste können Sie direkt an Bord nutzen, bevor Sie zu einem Törn mit geplantem Nacht-Bojenmanöver aufbrechen.
- Positionslichter eingeschaltet und rund ums Boot kontrolliert (Farbe, Helligkeit, keine Verschmutzung).
- Topp- oder Ankerlicht getestet, Schalterstellung bekannt.
- Deckslicht funktioniert, Helligkeit bekannt, Crew weiss, dass es nur kurz genutzt wird.
- Cockpitlicht auf gedimmte oder rote Einstellung prüfen.
- Mindestens eine Handlampe mit vollen Batterien, zusätzliche Reservebatterien bereitgelegt.
- Mindestens eine Stirnlampe für die Vorschiffscrew, ideal mit Rotlichtmodus.
- Falls vorhanden: Suchscheinwerfer getestet, Bedienung und Schwenkbereich bekannt.
- Bojenhaken und Leinen am Vorschiff vorbereitet, damit sie im Lichtkegel sofort griffbereit sind.
- Kurze Absprache in der Crew, wer welche Lampe bedient und wie Blendung vermieden wird.
Typische Nachtansteuerungen auf Seen: drei kurze Beispiele
Die folgenden Szenarien sind typische Situationen auf Schweizer Seen und zeigen, wie sich die Beleuchtung konkret auswirkt.
Beispiel 1: Uferlichter überstrahlen die Boje
Sie laufen in eine Bucht ein, in der Strassenlampen und Hauslichter das Ufer hell erleuchten. Die Bojen sind dunkel und schwer zu erkennen. Mit Positionslichtern und gedimmtem Cockpitlicht nähert sich das Boot langsam dem Bojenfeld. Die Vorschiffscrew nutzt eine fokussierbare Handlampe, um die vermutete Bojenlinie kurz abzuleuchten. Nach zwei kurzen Lichtstössen wird die Zielboje klar sichtbar, ohne dass andere Boote geblendet werden. Das Festmachen gelingt ruhig, weil die Crew ihre Nachtadaption behalten hat.
Beispiel 2: Zu viel Deckslicht stört das Manöver
Auf einem anderen Boot wird das Deckslicht während des gesamten Manövers angelassen, um es „beqümer“ zu haben. Die weissen Segel reflektieren das Licht stark, die Vorschiffscrew kneift die Augen zusammen, und der Steuermann sieht die Boje erst spät, weil seine Augen sich an das helle Deck gewöhnt haben. Beim Ausschalten des Deckslichts ist die Umgebung für einige Sekunden fast unsichtbar – genau in dem Moment, in dem die Boje dicht am Bug vorbeizieht. Das Manöver wird hektisch, und die Boje muss im zweiten Anlauf genommen werden.
Beispiel 3: Stirnlampe blendet den Steuermann
Die Vorschiffscrew trägt eine helle Stirnlampe ohne Rotlichtmodus. Beim Umdrehen, um Rückmeldung ins Cockpit zu geben, leuchtet sie dem Steuermann direkt in die Augen. Dieser verliert für einen Moment die Sicht nach vorne und muss die Fahrt stark verlangsamen. Nach einer kurzen Besprechung stellt die Crew die Stirnlampe auf eine niedrigere Stufe und achtet darauf, beim Sprechen den Kopf leicht zu senken. Das restliche Manöver verläuft deutlich entspannter.
Abschliessende Licht-Checkliste zum Abhaken beim Bojenmanöver
Diese zweite Checkliste begleitet Sie direkt durch das Manöver an der Boje.
- Annäherung: Positionslichter an, Cockpitlicht gedimmt, Deckslicht aus.
- Vorschiff bereit: Bojenhaken, Leinen, Stirnlampe und Handlampe am Bug, Crew weiss, was zu tun ist.
- Boje gefunden: Bei Bedarf kurze Lichtstösse mit Handlampe oder Suchscheinwerfer, keine hektischen Schwenks.
- Letzte Meter: Stirnlampe der Vorschiffscrew auf niedriger Stufe oder Rotlicht, Lichtkegel nicht ins Cockpit richten.
- Festmachen: Boje und Ring gezielt anleuchten, danach starke Lampen wieder reduzieren oder ausschalten.
- Nachkontrolle: Topplicht an, Leinen und Abstand zu Nachbarbooten mit Stirn- oder Handlampe kontrolliert.
Häufige Fehler bei der Beleuchtung im Nacht-Bojenmanöver
Viele Probleme wiederholen sich von Boot zu Boot. Wenn Sie diese Fehler vermeiden, sind Sie den meisten schon einen Schritt voraus.
- Zu viel Licht statt gezieltes Licht: Alles wird eingeschaltet, was leuchtet – Deckslicht, Cockpitlicht, Suchscheinwerfer. Die Folge: Blendung und schlechte Orientierung.
- Ungeprüfte Lampen: Batterien leer, Kontakte korrodiert, Schalter unklar. Im entscheidenden Moment funktioniert die Lampe nicht.
- Keine Absprachen in der Crew: Mehrere Personen leuchten gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen, niemand fühlt sich wirklich zuständig.
- Stirnlampe als „Fernlicht“: Die Stirnlampe wird auf maximaler Helligkeit betrieben und dauernd ins Cockpit gedreht.
- Deckslicht als Dauerbeleuchtung: Statt gezielt eingesetzt wird es aus Beqümlichkeit angelassen und macht die Umgebung unsichtbar.
Nächster sinnvoller Schritt nach dem Lesen
Der beste Zeitpunkt, die eigene Beleuchtung zu optimieren, ist vor dem nächsten Nachttörn. Gehen Sie einmal systematisch durch Ihr Boot und prüfen Sie, welche Lichter Sie bereits sinnvoll nutzen und wo kleine Anpassungen (z.B. eine zusätzliche Stirnlampe oder ein dimmbares Deckslicht) das Manöver deutlich entspannter machen würden. Üben Sie Bojenmanöver bei Tageslicht und dann in der Dämmerung, bevor Sie sich an vollständige Nachtmanöver wagen. Wenn Sie dazu einen strukturierten Trainingsplan suchen, kann ein Blick auf bojenmanöver segelboot üben helfen.
FAQ zur Beleuchtung beim Bojenmanöver in der Nacht
Was sollten Segler zur Beleuchtung beim Bojenmanöver in der Nacht unbedingt verstehen?
Entscheidend ist, dass Beleuchtung beim Bojenmanöver nicht nur der Helligkeit dient, sondern vor allem der Sichtbarkeit und Orientierung. Das Boot muss für andere klar erkennbar bleiben, während die Crew genug sieht, ohne geblendet zu werden. Positionslichter sorgen dafür, dass Sie gesehen werden, mobile Lampen wie Hand- und Stirnlampen helfen beim gezielten Arbeiten an der Boje. Wer versteht, dass zu viel Licht oft schädlicher ist als zu wenig, plant seine Beleuchtung bewusster und führt das Manöver ruhiger aus.
Welche typischen Fehler bei der Beleuchtung sollten Segler beim Nacht-Bojenmanöver vermeiden?
Häufig sind zu helles oder falsch gerichtetes Deckslicht, unkontrolliert eingesetzte Suchscheinwerfer und Stirnlampen, die direkt ins Cockpit leuchten. Ebenfalls problematisch ist es, vor dem Törn die Funktion von Lampen und Batterien nicht zu prüfen. Wer diese Fehler vermeidet, reduziert das Risiko, die Boje zu verpassen, andere Boote zu blenden oder in kritischen Momenten plötzlich im Dunkeln zu stehen.
Was ist nach der Lektüre der nächste sinnvolle Schritt, um Bojenmanöver bei Nacht sicherer zu machen?
Als Nächstes sollten Sie eine eigene Licht-Checkliste für Ihr Boot erstellen oder die oben vorgestellten Punkte an Ihr Schiff anpassen und beim nächsten Törn ausprobieren. Üben Sie das Zusammenspiel von Steuermann und Vorschiffscrew zunächst bei Tageslicht, dann in der Dämmerung. Wenn Sie gezielt Nachtmanöver trainieren möchten, lohnt sich die Kombination mit einem strukturierten Training, wie es beispielsweise beim Anlegen an der Boje bei Nacht beschrieben wird.
Welche Beleuchtung ist für kleinere Segelboote auf Schweizer Seen besonders sinnvoll?
Für die meisten kleineren Yachten reichen gut gewartete LED-Positionslichter, ein sparsames LED-Topplicht, eine oder zwei robuste Handlampen und mindestens eine Stirnlampe mit Rotlichtmodus. Ein sehr starker, fest montierter Suchscheinwerfer ist oft weniger wichtig als eine durchdachte Kombination aus diesen einfacheren Mitteln. Wichtig ist, dass alle Lichter leicht erreichbar sind und die Crew weiss, wie sie im Manöver eingesetzt werden.



