Segelsport

Sicher an der Boje festmachen mit dem Segelboot: Schritt-für-Schritt

Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dein Segelboot auf Schweizer Seen sicher an der Boje festmachst: Bojenarten, Vorbereitung, Manöver, typische Fehler, Checkliste und Tipps für kleine Crew oder Einhandsegler.

Sicher an der Boje festmachen mit dem Segelboot: Schritt-für-Schritt
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  1. Sicher an der Boje festmachen mit dem Segelboot: die Essenz in wenigen Schritten
  2. Warum Bojenmanöver besondere Sicherheitsanforderungen haben
  3. Überblick: Bojenarten auf Schweizer Seen und ihre Bedeutung fürs Manöver
  4. Vorbereitung des Segelboots: Leinen, Bootshaken, Fender und Kommunikation
  5. Festmacherleinen und passende Knoten
  6. Bootshaken und weitere Ausrüstung
  7. Kommunikation an Bord
  8. Annäherung an die Boje: Geschwindigkeit, Wind, Strömung und Positionierung
  9. Grundprinzip: immer gegen Wind oder Strömung
  10. Geschwindigkeit und Kurs fein dosieren
  11. Position der Crew während der Annäherung
  12. Rollenverteilung in der Crew: Skipper, Vorschiff und klare Signale
  13. Aufgaben des Skippers
  14. Aufgaben der Vorschiffcrew
  15. Kommunikationsregeln
  16. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Anfahren, Boje aufnehmen, Leine sichern
  17. 1. Manöver vorbereiten
  18. 2. Boje anfahren
  19. 3. Boje oder Aufholleine aufnehmen
  20. 4. Festmacherleine durchführen und belegen
  21. 5. Kontrolle und Feineinstellung
  22. Typische Fehler beim Festmachen an der Boje und wie du sie vermeidest
  23. Zu hohe Geschwindigkeit
  24. Falscher Winkel zur Boje
  25. Leine in der Schraube
  26. Zu kurze oder zu lange Festmacherleine
  27. Unsichere Crew am Vorschiff
  28. Sicherheitsaspekte für kleine Crew und Einhandsegler
  29. Mit kleiner Crew (zwei Personen)
  30. Einhand an der Boje festmachen
  31. Checkliste: Sicher an der Boje fest – was du vor dem Verlassen des Boots prüfen musst
  32. Besonderheiten auf Schweizer Seen: Abstände, Markierungen, lokale Vorschriften
  33. Entscheidungskriterien: Boje nutzen oder besser eine andere Lösung wählen?
  34. FAQ: Häufige Praxisfragen zum Festmachen an der Boje mit dem Segelboot
  35. Wie mache ich mein Boot an einer Boje fest, wenn starker Wind steht?
  36. Wie kann ich mein Segelboot an einer Boje festmachen, wenn ich allein unterwegs bin?
  37. Wie befestige ich meine eigene Ankerboje richtig, damit andere Boote sicher festmachen können?
  38. Mit welchem Knoten kann man ein Boot an einer Boje am besten festmachen?
  39. Was mache ich, wenn ich die Boje beim ersten Versuch verpasse?

Sicher an der Boje festmachen mit dem Segelboot: die Essenz in wenigen Schritten

Um dein Segelboot sicher an der Boje festzumachen, fährst du die Boje langsam gegen den Wind oder gegen die Strömung an, stoppst kurz bevor der Bug auf Höhe der Boje ist, nimmst die Bojenleine mit dem Bootshaken auf und belegst sie auf einer Klampe am Bug. Die Leine wird so eingestellt, dass das Boot frei schwojen kann, ohne andere Bojen oder Boote zu berühren. Der Motor bleibt im Leerlauf, bis klar ist, dass keine Leine in die Schraube geraten kann.

Damit das im Alltag zuverlässig klappt – auch mit kleiner Crew oder einhand – brauchst du etwas Vorbereitung, klare Rollen an Bord und ein strukturiertes Vorgehen. Genau das deckt die folgende Anleitung ab.

Warum Bojenmanöver besondere Sicherheitsanforderungen haben

Festmachen an der Boje wirkt auf den ersten Blick einfacher als Anlegen am Steg. In der Praxis entstehen hier aber viele heikle Situationen:

Sicher an der boje festmachen segelboot: Schaubild der wichtigsten Elemente
Sicher an der boje festmachen segelboot: visueller Überblick über die wichtigsten Entscheidungspunkte.
  • Boote treiben beim Manöver unkontrolliert ab, weil zu schnell oder im falschen Winkel angefahren wird.
  • Festmacherleinen geraten in die Schraube, wenn der Motor zu früh oder unbedacht eingelegt wird.
  • Personen am Vorschiff verlieren das Gleichgewicht, wenn der Skipper abrupt Gas gibt oder stoppt.
  • Boote kollidieren mit Nachbarbooten oder der Boje selbst, weil der Schwojkreis falsch eingeschätzt wurde.

Auf Schweizer Seen kommt hinzu, dass viele Bojen eng gesetzt und oft privat sind. Wer hier unsicher manövriert, riskiert nicht nur Schäden am eigenen Boot, sondern auch an fremden Yachten – und schnell auch Ärger mit Eignern oder Hafenmeister.

Ein sauberes Bojenmanöver bedeutet deshalb immer:

  • kontrollierte, niedrige Geschwindigkeit
  • klare Kommunikation zwischen Cockpit und Vorschiff
  • saubere Leinenführung ohne Schlaufen im Wasser
  • Respekt vor Abständen und lokalen Regeln

Überblick: Bojenarten auf Schweizer Seen und ihre Bedeutung fürs Manöver

Auf Schweizer Seen triffst du typischerweise auf drei Bojenarten, die sich fürs Manöver leicht unterschiedlich verhalten.

Sicher an der boje festmachen segelboot: praktische Checkliste vor der Umsetzung
Sicher an der boje festmachen segelboot: kompakte Checkliste für den nächsten praktischen Schritt.
Bojenart Typische Verwendung Merkmale beim Manöver Besonderes zu beachten
Mooringboje (Muring) Dauerliegeplätze vor Häfen oder in Buchten Boje ist mit Kette oder starker Leine am Grundgewicht befestigt, oft mit separater Aufholleine Nur benutzen, wenn du berechtigt bist; Aufholleine kann unter Wasser liegen und ist schwer zu sehen
Privatboje Liegeplatz einzelner Eigner, oft nahe Ufer oder vor Häfen Kann unterschiedlich ausgerüstet sein (Ring, Bügel, kurze oder lange Leine) Nur mit ausdrücklicher Erlaubnis nutzen; Tragfähigkeit und Zustand sind unbekannt – visuell prüfen
Hafen- oder Gästebojen Von Häfen oder Gemeinden bereitgestellt, teils für Gästeboote Meist klar markiert, oft mit Nummern oder Farben Hinweise des Hafenmeisters beachten; teils Meldepflicht oder Gebühr in CHF

Unabhängig von der Art gilt: Vor dem Festmachen immer prüfen, ob die Boje für dein Boot geeignet ist (Grösse, Abstand zu anderen Booten, Wassertiefe) und ob du sie benutzen darfst. Im Zweifel kurz beim Hafen oder der zuständigen Stelle nachfragen.

Vorbereitung des Segelboots: Leinen, Bootshaken, Fender und Kommunikation

Ein gutes Bojenmanöver beginnt, bevor du die Boje überhaupt anfährst. Folgende Punkte sollten vorbereitet sein, bevor du in die Nähe der Boje kommst:

Festmacherleinen und passende Knoten

  • Länge: Mindestens so lang, dass das Boot frei schwojen kann, ohne dass die Leine bretthart wird. Als grobe Orientierung dient etwa eine Boots­länge oder etwas mehr.
  • Durchmesser: Passend zu Bootsgewicht und Klampen; lieber etwas stärker als zu dünn, damit sich die Leine gut greifen lässt.
  • Knoten: Bewährt haben sich Palstek (Auge um den Bojenring oder die Kette) und Webeleinstek mit halben Schlägen an der Klampe. Wichtig ist, dass der Knoten sich unter Last nicht zuzieht und sich später wieder lösen lässt.
  • Vorfertigen: Wenn du weisst, dass die Boje einen Ring oder Bügel hat, kannst du ein Auge in die Leine knüpfen, das du nur noch über den Ring legen musst.

Bootshaken und weitere Ausrüstung

  • Bootshaken: Ausgefahren und griffbereit am Vorschiff bereitlegen. Teleskopstangen rechtzeitig arretieren.
  • Fender: Seitlich ausbringen, vor allem bei engem Feld, damit eine leichte Berührung mit Nachbarbooten nicht gleich Schäden verursacht.
  • Handschuhe: Für die Person am Vorschiff sinnvoll, besonders bei Ketten oder rauen Leinen.
  • Bugkorb und Reling: Prüfen, wo man sicher stehen oder knien kann, ohne durch die Reling zu rutschen.

Kommunikation an Bord

Gerade auf Schweizer Seen sind viele Boote mit kleiner Crew unterwegs. Umso wichtiger ist klare Kommunikation:

  • Rollen klären: Wer steuert, wer ist am Vorschiff, wer bedient die Leinen?
  • Handzeichen: Bei Wind oder Motorlärm versteht man Rufe schlecht. Einfache Zeichen wie «langsamer», «Stopp», «Boje gefasst» vorher absprechen.
  • Plan besprechen: Kurz vor dem Manöver erklärt der Skipper noch einmal, wie angefahren wird und was die Person am Vorschiff genau tun soll.

Annäherung an die Boje: Geschwindigkeit, Wind, Strömung und Positionierung

Die Annäherung entscheidet, ob das Manöver ruhig und kontrolliert abläuft oder hektisch wird.

Grundprinzip: immer gegen Wind oder Strömung

  • Wenn Wind stärker ist als Strömung (typisch auf Seen): gegen den Wind anfahren.
  • Wenn Strömung dominiert (z.B. in Flussmündungen): gegen die Strömung anfahren.

So bleibt das Boot bei Leerlauf fast stehen oder treibt nur langsam zurück, was das Aufnehmen der Boje erleichtert.

Geschwindigkeit und Kurs fein dosieren

  • Frühzeitig abbremsen: Bereits einige Bootslängen vor der Boje auf langsame Fahrt gehen.
  • Gerade Linie: Die Boje sollte auf der Mittschiffslinie des Bugs anvisiert werden.
  • Feinkorrekturen: Kleine Ruderausschläge, kein hektisches Hin und Her.
  • Aufstoppen: Kurz bevor der Bug die Boje erreicht, Motor in Leerlauf, eventuell ein kurzer Rückwärtsgang, um das Boot fast zum Stillstand zu bringen.

Position der Crew während der Annäherung

  • Die Person am Vorschiff kniet oder steht sicher hinter dem Bugkorb, Bootshaken in der Hand, Blick auf die Boje.
  • Der Skipper hält Sichtkontakt zum Vorschiff, soweit möglich.
  • Keine losen Leinen im Wasser – alle Enden an Bord halten.

Rollenverteilung in der Crew: Skipper, Vorschiff und klare Signale

Ein strukturiertes Bojenmanöver lebt von klaren Aufgaben. Das reduziert Stress und Fehler.

Aufgaben des Skippers

  • Kurs und Geschwindigkeit so wählen, dass die Boje ruhig an den Bug kommt.
  • Rechtzeitig aufstoppen und Boot in Position halten.
  • Auf Rufe oder Handzeichen vom Vorschiff achten und entsprechend reagieren.
  • Erst dann wieder Vor- oder Rückwärtsgang einlegen, wenn sicher ist, dass keine Leine im Wasser vor der Schraube liegt.

Aufgaben der Vorschiffcrew

  • Bootshaken bereit halten und Boje oder Aufholleine greifen.
  • Festmacherleine durch Ring oder um die Kette führen.
  • Leine auf der Bugklampe belegen und Länge melden («Leine klar», «Boot hängt»).
  • Rückmeldung geben, wenn Gefahr besteht (z.B. Leine im Wasser, Boje unter dem Bug).

Kommunikationsregeln

  • Nur eine Person gibt dem Skipper Anweisungen – sonst entsteht Chaos.
  • Kurze, eindeutige Kommandos: «Langsam», «Stopp», «Rückwärts kurz», «Leine klar».
  • Bei Unsicherheit lieber Manöver abbrechen und neu ansetzen, statt hektisch weiterzumachen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Anfahren, Boje aufnehmen, Leine sichern

Die folgende Abfolge eignet sich als Standardmanöver für die meisten Bojen auf Schweizer Seen.

1. Manöver vorbereiten

  • Festmacherleine am Bug vorbereiten, ein Ende bereits auf der Klampe belegen.
  • Bootshaken ausfahren und am Vorschiff bereithalten.
  • Fender ausbringen, wenn andere Boote in der Nähe sind.
  • Rollen und Kommandos kurz durchgehen.

2. Boje anfahren

  • Gegen Wind oder Strömung auf die Boje zu fahren.
  • Frühzeitig auf langsame Fahrt reduzieren.
  • Boje mit dem Bug anvisieren, so dass sie später leicht von der Vorschiffcrew erreicht werden kann.
  • Etwa eine halbe Bootslänge vor der Boje Motor in Leerlauf, bei Bedarf kurz Rückwärtsgang, um das Boot fast zu stoppen.

3. Boje oder Aufholleine aufnehmen

  • Vorschiffcrew greift mit dem Bootshaken die Boje oder die daran befestigte Aufholleine.
  • Boje seitlich neben dem Bug halten, nicht unter den Rumpf ziehen.
  • Wenn eine separate Aufholleine vorhanden ist, diese an Bord ziehen, bis der Ring oder die Kette der Mooringleine erreicht ist.

4. Festmacherleine durchführen und belegen

  • Festmacherleine durch den Bojenring oder um die Kette führen.
  • Leine so führen, dass sie nicht über scharfe Kanten scheuert.
  • Leine auf der Bugklampe mit Webeleinstek und Sicherungsschlag belegen.
  • Länge so einstellen, dass das Boot frei schwojen kann, ohne die Boje ans Schiff zu ziehen.

5. Kontrolle und Feineinstellung

  • Prüfen, ob das Boot in alle Richtungen genug Abstand zu Nachbarbooten, Ufer und Hindernissen hat.
  • Sicherstellen, dass keine Leine in der Nähe der Schraube im Wasser liegt.
  • Motor ausschalten, wenn alles passt.
  • Nach einigen Minuten nochmals kontrollieren, ob die Leine sich gesetzt hat und die Knoten halten.

Typische Fehler beim Festmachen an der Boje und wie du sie vermeidest

Viele Probleme wiederholen sich in ähnlicher Form. Wer sie kennt, kann sie gezielt vermeiden.

Zu hohe Geschwindigkeit

Problem: Das Boot schiesst an der Boje vorbei, die Vorschiffcrew verpasst die Boje oder muss sich gefährlich weit hinauslehnen.

Lösung: Früher Gas wegnehmen, lieber einmal mehr Rückwärtsgang geben. Ziel ist, dass das Boot beim Greifen der Boje fast steht.

Falscher Winkel zur Boje

Problem: Die Boje landet seitlich am Rumpf oder unter dem Bug, statt am Bugkorb. Die Crew kommt schlecht ran, die Boje kann unter das Boot geraten.

Lösung: Boje frühzeitig auf der Mittschiffslinie anvisieren und nur kleine Kurskorrekturen machen. Bei starkem Seitenwind lieber etwas weiter luvseitig ansetzen.

Leine in der Schraube

Problem: Festmacherleine oder Aufholleine gerät in den Propeller – ein ernstes Risiko für Antrieb und Crew.

Lösung:

  • Leinenführung so wählen, dass möglichst wenig Leine im Wasser hängt.
  • Motor erst dann wieder einlegen, wenn klar ist, dass alle Leinen frei sind.
  • Bei Unsicherheit Motor aus und Situation in Ruhe klären.

Zu kurze oder zu lange Festmacherleine

Problem: Ist die Leine zu kurz, zerrt das Boot ständig an der Boje; ist sie zu lang, kann das Boot Nachbarboote oder Hindernisse erreichen.

Lösung: Nach dem Festmachen den Schwojkreis beobachten. Im Zweifel etwas Leine nachgeben oder aufnehmen, bis das Boot ruhig liegt und genügend Abstand hat.

Unsichere Crew am Vorschiff

Problem: Vorschiffcrew steht unsicher, hält sich nicht fest oder versucht, die Boje mit Kraft zu halten, während das Boot noch Fahrt hat.

Lösung: Klare Anweisung: Sicherheit vor Manövererfolg. Lieber Boje loslassen und Manöver wiederholen, als sich zu weit hinauszulehnen oder zu stolpern.

Sicherheitsaspekte für kleine Crew und Einhandsegler

Viele Segler auf Schweizer Seen sind zu zweit oder allein unterwegs. Das ändert die Prioritäten beim Bojenmanöver.

Mit kleiner Crew (zwei Personen)

  • Rollen klar trennen: Eine Person steuert, die andere ist ausschliesslich für Vorschiff und Leinen zuständig.
  • Keine Experimente mit «schnell noch eben» – wenn die Boje verpasst wird, Manöver ruhig neu ansetzen.
  • Rettungsweste tragen, besonders bei Welle oder Wind.

Einhand an der Boje festmachen

Einhand erfordert ein besonders einfaches, reproduzierbares Vorgehen:

  • Festmacherleine so vorbereiten, dass sie vom Cockpit aus geführt werden kann (z.B. über einen Bugbeschlag oder eine Rolle).
  • Boje langsam anfahren, Motor in Leerlauf, Autopilot oder Pinnenfeststeller nutzen, wenn vorhanden.
  • Vom Cockpit aus mit dem Bootshaken die Boje greifen und eine vorbereitete Leine durch den Ring führen.
  • Erst wenn das Boot sicher hängt, nach vorne gehen und die endgültige Leinenführung und Knoten am Bug herstellen.

Wichtig: Einhand immer konservativ planen. Lieber ein, zwei Versuche mehr, dafür ohne riskante Turnereien am Vorschiff.

Checkliste: Sicher an der Boje fest – was du vor dem Verlassen des Boots prüfen musst

Diese Checkliste hilft dir, nach dem Manöver nichts Wichtiges zu vergessen:

  • 1. Boje geeignet? Grösse, Zustand und Abstand zu anderen Booten geprüft.
  • 2. Leinenführung korrekt? Festmacherleine sauber durch Ring oder um Kette geführt, keine scharfen Kanten.
  • 3. Knoten sicher? Knoten an der Klampe kontrolliert (z.B. Webeleinstek mit Sicherungsschlag), kein Rutschen erkennbar.
  • 4. Schwojkreis ausreichend? Boot kann frei drehen, ohne andere Boote, Ufer oder Hindernisse zu berühren.
  • 5. Leine nicht zu kurz/zu lang? Leine so eingestellt, dass das Boot ruhig liegt und nicht permanent an der Boje zerrt.
  • 6. Keine Leinen in Schraubennähe? Blick ins Wasser: Alle Leinen sind klar, Propellerbereich frei.
  • 7. Motor aus und Gang raus? Motor sicher abgestellt, Schalthebel in Neutralstellung.
  • 8. Fender und Schoten gesichert? Nichts kann im Wind schlagen oder ins Wasser fallen.
  • 9. Wetterentwicklung im Blick? Windvorhersage geprüft – passt die Boje auch bei auffrischendem Wind?
  • 10. Erreichbarkeit geklärt? Dinghi, Hafenservice oder Uferzugang organisiert, falls du von Bord gehst.

Besonderheiten auf Schweizer Seen: Abstände, Markierungen, lokale Vorschriften

Auf Schweizer Seen gelten je nach Kanton und Gewässer unterschiedliche Regelungen. Einige Grundsätze sind jedoch weit verbreitet:

  • Abstand zum Ufer: In Ufernähe gelten oft besondere Vorschriften, etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Zonen, in denen Ankern und Festmachen nur eingeschränkt erlaubt ist. Vor dem Törn die aktuellen Bestimmungen des Sees prüfen.
  • Markierungen: Bojen können farblich oder mit Nummern gekennzeichnet sein. Hafen- oder Gästebojen sind meist klar erkennbar, Privatbojen oft weniger. Im Zweifel beim Hafenmeister nachfragen, ob eine Boje benutzt werden darf.
  • Naturschutz: In Naturschutz- und Schutzzonen kann das Festmachen an Bojen oder das Ankern eingeschränkt oder verboten sein. Entsprechende Karten und Hinweise beachten.
  • Sicherheitsausrüstung: Auch auf Seen gilt: Rettungswesten, Signalmittel und eine funktionstüchtige Ankeranlage erhöhen die Sicherheit, falls eine Boje nicht nutzbar ist.

Vor allem auf stark freqüntierten Seen wie dem Zürichsee, Vierwaldstättersee oder Genfersee lohnt es sich, die lokalen Regeln und Empfehlungen der Häfen zu kennen. So vermeidest du Konflikte und kannst dein Manöver entspannt planen.

Entscheidungskriterien: Boje nutzen oder besser eine andere Lösung wählen?

Nicht jede Boje ist für jedes Boot und jede Situation geeignet. Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung.

Szenario Boje nutzen? Worauf besonders achten Alternative
Starker Wind, enge Bojenfelder Nur wenn Manöver sicher beherrscht wird und Crew eingespielt ist Genug Abstand, Schwojkreis, Leinenführung, Rettungswesten Hafenplatz suchen oder geschütztere Bucht mit mehr Raum
Unbekannte Privatboje Eher nein, ausser mit ausdrücklicher Erlaubnis Tragfähigkeit, Zustand von Boje und Kette sind unklar Offizielle Gästebojen oder Hafen ansteuern
Kurzer Badestopp bei ruhigem Wetter Ja, wenn Boje offiziell zugänglich und Zustand gut Schnelles, sauberes Manöver, Boot bleibt immer besetzt oder gut gesichert Bei wenig Verkehr auch Ankern, sofern erlaubt
Übernachtung bei unsicherer Wetterlage Nur an vertrauenswürdiger Boje (Hafen, bekannte Mooring) Wetterprognose, Schwojkreis bei Winddrehung, Abrisssicherheit Hafenliegeplatz mit sicherer Infrastruktur

Wenn du Manöver und Grundlagen vertiefen möchtest, lohnt sich ein Blick auf weiterführende Erklärungen zu Anlegen an der Boje Segelboot, wo das gesamte Manöver noch detaillierter im Kontext anderer Hafenmanöver eingeordnet wird.

FAQ: Häufige Praxisfragen zum Festmachen an der Boje mit dem Segelboot

Wie mache ich mein Boot an einer Boje fest, wenn starker Wind steht?

Bei starkem Wind fährst du die Boje konseqünt gegen den Wind an und reduzierst früher auf sehr langsame Fahrt. Lieber etwas luvseitig ansetzen, damit der Wind das Boot auf die Boje zudrückt, statt davon weg. Rettungswesten tragen, Manöver vorher besprechen und im Zweifel lieber einen zweiten Versuch starten, statt die Boje mit Gewalt halten zu wollen.

Wie kann ich mein Segelboot an einer Boje festmachen, wenn ich allein unterwegs bin?

Einhand bereitest du eine Festmacherleine so vor, dass du sie vom Cockpit aus führen kannst. Du fährst die Boje langsam an, legst den Motor in Leerlauf und sicherst die Pinne oder das Rad. Dann greifst du mit dem Bootshaken vom Cockpit aus die Boje, führst die vorbereitete Leine durch den Ring und belegst sie zunächst provisorisch im Cockpit. Erst wenn das Boot hängt, gehst du nach vorne und richtest die endgültige Leinenführung am Bug ein.

Wie befestige ich meine eigene Ankerboje richtig, damit andere Boote sicher festmachen können?

Wenn du eine eigene Boje auslegen möchtest, sollten Tragfähigkeit, Grundgewicht, Kette und Leinen zu Bootsgewicht, Wassertiefe und lokalen Bedingungen passen. Da hier viele Faktoren eine Rolle spielen, ist es sinnvoll, einen lokalen Fachbetrieb oder den Hafenmeister einzubeziehen und die aktuellen Vorgaben des Gewässers zu beachten. Wichtig ist ein stabiler Ring oder Bügel an der Boje, eine ausreichend dimensionierte Kette und eine klare Kennzeichnung, ob und von wem die Boje genutzt werden darf.

Mit welchem Knoten kann man ein Boot an einer Boje am besten festmachen?

Sehr bewährt ist der Palstek, um ein Auge in die Festmacherleine zu knüpfen, das du über den Bojenring oder eine stabile Kette legst. An der Klampe am Bug wird die Leine üblicherweise mit einem Webeleinstek und einem Sicherungsschlag belegt. Wichtig ist, dass der Knoten sich unter Last nicht zuzieht und sich auch nach einer Nacht noch lösen lässt.

Was mache ich, wenn ich die Boje beim ersten Versuch verpasse?

Ruhig bleiben, Manöver sauber abbrechen, einen ausreichend grossen Bogen fahren und neu ansetzen. Versuche nicht, die Boje mit einem riskanten Sprung oder einem weiten Griff doch noch zu erwischen. Die Sicherheit der Crew geht immer vor – eine zweite oder dritte Anfahrt ist völlig normal.

Marco Frei
Über die Autorin / den Autor

Marco Frei

Marco Frei segelt seit vielen Jahren Regatten auf Schweizer Seen. Er schreibt über Teamarbeit, Manöverabläufe und einen sportlichen Umgang mit wechselnden Bedingungen.

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